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Geschichte der DDR

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Geschichte der DDR Artikel

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Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Aufgewachsen in der DDR - WIR vom Jahrgang 1958 - Kindheit und Jugend Tolles Geschenk! Habe das Buch kürzlich zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen und es am anderen Tag komplett gelesen. Jedes Foto weckt Erinnerungen an eigene Erlebnisse und Dinge, die ich schon längst vergessen hatte. Sehr zu empfehlen für alle, die 1958 geboren wurden.

Vorgeschichte 1945-1949

Chronologie: Geschichte der DDR. Vorgeschichte 1945-1949

Buch-Tipp: Connewitzer Welttheater. Fotografien 1969-1990 Das Buch "Connewitzer Welttheater. Fotografien 1969-1990" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Teilung Deutschlands

Geschichte der DDR Beschreibung
Geschichte der DDR Beschreibung
v.l.: Churchill, Roosevelt und Stalin auf der Konferenz von Teheran

Bereits während des zweiten Weltkrieges wurde auf den Konferenzen von Teheran und Jalta eine Aufteilung Deutschlands diskutiert, da sich die Alliierten nicht auf eine gemeinsame Politik bezüglich Deutschlands einigen konnte. Nach der Kapitulation Deutschlands beschlossen die Regierungschefs der vier Siegermächte in dem Mai 1945 auf der Potsdamer Konferenz, Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren zu teilen, aber von einem gemeinsamen Alliierten Kontrollrat verwalten zu lassen. Die wirtschaftliche Demilitarisierung (insbesondere die Demontage von Industrieanlagen) sollte jedoch in jeder Zone autonom durchgeführt werden.

Im Lauf der Zeit lief die wirtschaftliche Entwicklung jedoch insbesondere zwischen den westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) stets weiter auseinander, und es kam auch aufgrund weltpolitischer Differenzen zu stets größeren Spannungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigte Staaten Amerika. Dies manifestierte sich in einem Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen und der Weigerung der SBZ 1947, am Marshallplan der Vereinigte Staaten Amerika teilzunehmen.

Am 20.06 1948 wurde die Teilung Deutschlands durch die auf die westlichen Besatzungszonen beschränkte Währungsreform evident. Drei Tage später wurde auch in der sowjetischen Besatzungszone eine Währungsreform beschlossen. Nachdem die DM jedoch gegen den Willen des sowjetischen Oberbefehlshabers auch in den westlichen Sektoren von Berlin eingeführt worden war, versuchte die Sowjetunion, durch die Berliner Blockade ganz Berlin in ihre Hand zu bekommen. Die Westalliierten entschieden, Berlin durch eine Luftbrücke zu versorgen, die 11 Monate lang die Westberliner Bevölkerung mit Hilfsgütern versorgte, bis die Blockade am 12.05 1949 wieder aufgehoben wurde.

Buch-Tipp: DDR-Reichsbahn und Vorbereitung Genial und erschütternd zugleich Mit Spannung habe ich dieses Buch erwartet und habe es sogleich verschlungen. In einer einzigartigen und zugleich spannenden Dokumenation wird die Einbindung der DDR-Reichsbahn für Zwecke der militärischen Nutzung dargestellt. Als Kind fragte ich mich immer, wozu die Gleise in meiner Gegend denn Nütze sein, wenn...

Sowjetische Deutschlandpolitik

Die Sowjetunion entwickelte während des zweiten Weltkrieges eigene Ideen für ein Nachkriegsdeutschland: Stalin schwebte ein ungeteilter sozialistischer Staat vor. Er erwartete, insbesondere aus dem Ruhrgebiet zahlreiche Reparationen zu erhalten.

Derartige Pläne waren nach Kriegsende jedoch nicht durchsetzbar. Um sich jedoch alle Optionen offen zu halten, wurde die "Sowjetisierung" der eigenen Besatzungszone zunächst verschoben und eine offen kommunistische Entwicklung vermieden oder vertuscht.

Zur Verwaltung der SBZ wurde in dem Juni 1945 die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) gegründet. Diese kontrollierte und regelte das gesamte politische und gesellschaftliche Leben und verfügte über bis zu 50 Tausend Mitarbeiter. Sie verfügte die Gründung von 5 Ländern innerhalb der SBZ und übertrug ihnen in dem Oktober 1945 Gesetzgebungsbefugnisse.

Buch-Tipp: Das dicke DDR-Buch Das dicke Buch der DDR Ich muß sagen, ich war überrascht wie ausführlich und toll bebildert dieses Buch gestaltet ist. Es gibt alles her, was ich mir an Wissenswertem vorgestellt habe. Von Reklame über die doch sehr ausführliche Chronik, witziges und vor allem das, was ich schon längst vergessen hatte. toll.

Politischer Aufbau

Für den politischen Aufbau war die so genannte Gruppe Ulbricht von Bedeutung. Sie bestand aus Walter Ulbricht und anderen in die Sowjetunion emigrierten Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die der Roten Armee beim Neuaufbau der Verwaltung helfen sollten. Bereits vor Kriegsende wurde sie in Deutschland tätig und erreichte, dass von den sowjetischen Kommandanten zahlreiche Schlüsselpositionen innerhalb der Kommunalverwaltungen an deutsche Kommunisten vergeben wurden. Dabei galt Ulbrichts Devise: "Es muss demokratisch aussehen, aber wir [die Gruppe Ulbricht] müssen alles in der Hand haben."

Geschichte der DDR Beschreibung
Geschichte der DDR Beschreibung
Gründung der SED durch Handschlag zwischen Grotewohl (SPD, rechts) und Pieck (KPD) am 21.4.1946

Zur Überraschung der westlichen Alliierten und deutscher Politiker ermöglichte die SMAD bereits in dem Juni 1945 ein pluralistisches deutsches Parteiensystem, gegründet wurden KPD, SPD, CDU und LDPD. Diese schlossen sich zu einem antifaschistischen Block ("Nationale Front") zusammen, um die Entnazifizierung und den Wiederaufbau gemeinsam durchzuführen. Die KPD konnte trotz Unterstützung durch die SMAD ihr Absicht, größte und bestimmende Partei der SBZ zu werden, nicht erreichen. Sie geriet in dem Gegenteil in dem Laufe des Jahres bei der Bevölkerung und den anderen Parteien stets mehr in die Isolation. Darum wurde zusammen mit der SMAD unter Billigung Stalins die SPD als Hauptkonkurrent durch massiven Druck, Bestechung ihrer Führungspersönlichkeiten und Täuschung über die wahren Absichte der KPD 1946 zu einer Zwangsvereinigung zur SED genötigt. Bei den Landtagswahlen im Oktober 1946 erreichte die SED mit 47,5 Prozent allerdings nicht die angestrebte absolute Mehrheit.

Um den Widerstand von CDU und LDPD gegen weitere Eingriffe in das Parteiensystem zu unterlaufen, brachte die SED 1947/48 mit der Volkskongressbewegung ein neues Instrument in das Spiel. Auf zwei Sitzungen 1947 und 1948 beschloss der Volkskongress die Aufnahme neuer Blockparteien (NDPD und DBD) und Massenorganisationen (Kulturbund, Freier Deutscher Gewerkschaftsbund, Demokratischer Frauenbund Deutschlands), die größtenteils kommunistisch dominiert waren, in die "Nationale Front".

Im Mai 1949 wurde der 3. Volkskongress über Einheitslisten gewählt, der den Entwurf einer Verfassung annahm. Durch einen vom Volkskongress einberufenen Volksrat wurde die Deutsche Demokratische Republik am 7.10 1949 offiziell gegründet.

Buch-Tipp: Denn wir sind anders. Die Geschichte des Felix S. Felix S. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Ich hab es an einem Tag gelesen und mir kam es so vor, als wuerde ich Felix persönlich kennen. Jana Simon erzählt ueber das Leben ihres Freundes. Eine wahre Geschichte über einen Jungen der dazugehören wollte und es in jeglicher hinsicht schwer hatte. Es wird ein bischen über seine Hooligan - Zeit...

Wirtschaftlicher Aufbau

Die Wirtschaft in der SBZ wurde zunächst durch die Demontage massiv beeinflusst. In dem Rahmen der Hauptdemontage wurden bis Ende 1946 über 1 Tausend Betriebe, vor allem der Maschinenbau, die chemische und optische Industrie, und das zweite Gleis fast aller Bahnstrecken abgebaut. In einer zweiten Etappe wurden Reparationen aus der laufenden Produktion entnommen und etwa 200 wichtige Betriebe als Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG)ins Eigentum der Sowjetunion überführt.

Unter der Losung "Junkerland in Bauernhand" wurde in dem September 1945 eine Bodenreform durchgeführt, bei der Kriegsverbrecher, Funktionäre und Repräsentanten der NSDAP sowie alle Landbesitzer, die Güter mit mehr als 100ha Land besaßen, entschädigungslos enteignet wurden. Das Land wurde an "Neubauern" (landlose Bauern, Landarbeiter und Flüchtlinge) verteilt, die ihre 5-10 ha großen Landflächen selber bearbeiten mussten. Da sie meist keine landwirschaftlichen Geräte besaßen, waren sie von den 1949 geschaffenen "Maschinen-Ausleih-Stationen" (MAS) abhängig.

Da Stalin jedoch die Idee eines ungeteilten Deutschlands nicht aufgeben wollte, begann die tatsächliche sozialistische Umgestaltung der ostdeutschen Wirtschaft erst 1952.

Buch-Tipp: Der Erste Die DDR am Beispiel eines Regional-Politikers Landolf Scherzer hat den ersten SED-Kreissekretär von Bad Salzungen 1986 vier Wochen lang fast täglich begleitet. Dabei schildert er auf den einen Seite die Arbeit des ersten Kreissekretärs und auf der anderen Seite portraitiert er Persönlichkeiten, denen er während dieser Zeit begegnet ist. Der...

Aufbau des Sozialismus 1949-1961

Chronologie: Geschichte der DDR. Aufbau des Sozialismus 1949-1961

Buch-Tipp: Der letzte Agent Einer der Besten Zu dem Inhalt wurde schon genug gesagt, deshalb auch hier ca. meine unmaßgeblicher Abschlussbetrachtung: Ein dicht erzählter Kriminalroman mit überaus interessanten Figuren, die das Lesen an sich schon interessant machen und eine insgesamt sehr nachvollziehbare Geschichte, die nicht einen Moment langweilig oder absurd aufgeregt erscheint....

Politische Führung

Erster Präsident der DDR wurde 1949 Wilhelm Pieck, erster Ministerpräsident wurde Otto Grotewohl. Beide waren seit 1946 Vorsitzende der SED. 1950 wurden sie in ihren Parteiämtern bestätigt, Walter Ulbricht wurde Generalsekretär des neu geschaffenen Zentralkomitees (ZK) der SED. Nach dem Tod von Wilhelm Pieck wurde 1960 der Staatsrat anstatt des bisherigen Präsidentenamtes gebildet und Walter Ulbricht zu dessen Vorsitzenden bestimmt.

1950 schlossen sich alle Parteien trotz Widerstands vieler Mitglieder und einiger Landesverbände zur Einheitsliste „der Nationalen Front“ zusammen. Bei ersten Wahlen zur Volkskammer erhielt diese von der SED dominierte Einheitsliste nach offiziellen Angaben 99,3 Prozent der Stimmen, 1954 waren es 99,46 Prozent und 1958 99,7%.

Buch-Tipp: Der rote Elvis. Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR Die Geschichte des "Zonen-Cowboys" -ein wirklich kluges Buch Wer sich für die Geschichte des Rock'n Roll, Defa-Filme oder Ost-West-Kultur interessiert, dem kann es wirklich nicht schaden, da mal reinzuschauen . . . fernab aller tumben Stasi-Verschwörungtheorien! Gerade weil Hollywood (bzw. Tom Hanks) das Leben des "Zonen-Cowboys" gern etwas spektakulärer...

Außenpolitik

Relativ schnell nach ihrer Gründung schloss die DDR Verträge mit anderen Staaten in dem Ostblock ab: In dem Juli 1950 wurde mit Polen die Oder-Neiße-Linie vertraglich festgelegt. In dem September des gleichen Jahres wurde die DDR Mitglied in dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) - dem Äquivalent zur Europäischen Gemeinschaft.

Kontakte zu westlich-orientierten Staaten wurden jedoch von der Bundesrepublik Deutschland verhindert: Durch die Hallstein-Doktrin drohte sie anderen Staaten mit den Abbau ihrer Beziehungen, falls diese die DDR anerkennen. Nachdem die BRD 1954 Mitglied der Westeuropäischen Union geworden war, trat die DDR ein Jahr später dem Warschauer Pakt bei.

Die SMAD wurde durch die Sowjetische Kontrollkommission (SKK) abgelöst, die 1953 durch den sowjetischen Hohen Kommissar ersetzt wurde. Nachdem die UdSSR 1955 die volle Souveränität der DDR bestätigt hatte, wurde auch dieses Amt aufgehoben.

1952 bot Stalin mit den Stalin-Noten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung und Neutralität Deutschlands an. Von den Westmächten wurde dies jedoch für ein Ablenkungsmanöver gehalten, das die Westintegration Westdeutschlands behindern sollte. Die Briefwechsel endeten schließlich ohne Ergebnis.

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Wirtschaftspolitik

Ab 1951 folgte die Wirtschaft der DDR dem 1. Fünfjahrplan. Damit begann der Einstieg in die Planwirtschaft. 1958 wurde eine staatliche Plankommission zur Lenkung der Wirtschaft gebildet und in dem selben Jahr die Lebensmittelkarten endgültig abgeschafft. Zahlreiche Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) wurden daraufhin in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt.

Für die Landwirtschaft prägte die SED in den 1950er Jahren die Devise "vom Ich zu dem Wir". Unter diesem Motto sollte die Landbevölkerung "auf freiwilliger Basis" von den angeblichen Vorzügen einer kollektivierten Landwirtschaft überzeugt werden. Die Absicht war die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). "Muster-LPGs" sollten wie "Leuchttürme auf dem Lande" die Idee von der Sowjetisierung in alle Dörfer tragen. Da die Bauern jedoch kein Interesse an genossenschaftlicher Arbeit zeigten, wurden insbesondere verlassene Höfe, sogenannte ÖLB ("örtliche landwirtschaftliche Betriebe") und wirtschaftlich kaum lebensfähige Kleinbetriebe zu LPGs zusammengefügt. 1952 waren so in der DDR knapp 2 Tausend zunächst überwiegend wirtschaftsschwache LPGs entstanden.

Klein- und Mittelbauern wurden mit Repressionen und hohen Zwangsabgaben drangsaliert, bei der Verteilung der landwirtschaftlichen Geräte durch die MAS benachteiligt und so zehntausende Bauern in den Westen vertrieben. Dies führte dazu, dass am 17. Juni 1953 die Stimmung auch auf dem Land kippte. Anschließend wurde die Kollektivierung zunächst verlangsamt, gegen Ende der 1950er Jahre jedoch wieder verstärkt.

Parallel zur Entwicklung in Westdeutschland begann das staatliche Fernsehen der DDR Ende 1952 mit Versuchssendungen.

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17. Juni

1952 wurde der „planmäßige Aufbau des Sozialismus“ zur grundlegenden Aufgabe erklärt, der Prozess der 'Sowjetisierung' der Gesellschaft forciert und die Staatsmacht gestärkt. Dazu wurden zu dem Beispiel die 5 Länder in 14 Bezirke und 217 Kreise aufgeteilt. Außerdem wurde die verbliebene Mittelschicht in Frage gestellt: Insbesondere Bauern und kleine Handels- und Gewerbebetriebe sollten durch erhöhte Abgaben zur Aufgabe ihrer Selbstständigkeit gezwungen werden. In dem Frühjahr 1953 begann die DDR-Führung auch, einen härteren Kurs gegenüber den Kirchen einzuschlagen, indem sie vor allem gegen die Junge Gemeinde und Studentengemeinden sowie deren Mitglieder mit Relegierungen von Schulen und einzelnen Verhaftungen vorging.

Am 28.05 1953 wurden die Arbeitsnormen um 10,3 Prozent erhöht. Die SED wurde daraufhin vom Politbüro der KPdSU vor einem zu starren und harten Kurs beim Aufbau des Sozialismus gewarnt. Sie beschloss und verkündete am 11. Juni mit dem "Neuen Kurs" zahlreiche Erleichterungen insbesondere für den bürgerlichen Mittelstand und die Bauern, etliche Maßnahmen der letzten Monate wurden zurückgenommen. Die Normerhöhung blieb jedoch bestehen. Am 16. Juni kam es daraufhin zu Streiks auf zwei Berliner Großbaustellen und einem Protestzug zu dem DDR-Regierungssitz, denen am 17. Juni flächendeckende Proteste folgten, die von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen wurden. Die DDR-Führung genannte den Aufstand als ein Werk "faschistischer Agenten ausländischer Mächte".

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Staatssicherheit

1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) eingerichtet. Wilhelm Zaisser wurde Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke Staatssekretär.

Nach den Protesten vom 17. Juni wurde insbesondere dem Ministerium für Staatssicherheit Versagen vorgeworfen. Es wurde zu einem "Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS)" umgeformt und dem Innenministerium unterstellt. Erst 1955 erhielt es wieder Ministeriumsrang. Wilhelm Zaisser wurde zuerst aus dem ZK der SED und ein Jahr später auch aus der SED ausgeschlossen.

In zahlreichen "Säuberungen" wurden Parteimitglieder verhaftet, die während der Nazizeit in westliche Länder emigriert waren.

Buch-Tipp: Die Legende vom Club. Die Geschichte des 1. FC Nürnberg (Grosse Traditionsvereine) Ein ,,Muss" nicht ca. für jeden Clubfan! "1. FC Nürnberg. Die Legende vom Club. ": Dieses Buch hat das Zeug dazu, selbst eine Legende zu werden. Christoph Bausenwein kann schreiben. Mehr noch: Er kann erzählen. Nicht ca. der Club, sondern das Spiel, besser gesagt: die Lebenseinstellung Fußball werden lebendig. Fundiert und...

Abwanderung

Geschichte der DDR Beschreibung
Geschichte der DDR Beschreibung
Die Berliner Mauer am Bethaniendamm

Nachdem bis 1956 ungefähr 1,72 Millionen Menschen die DDR verlassen haben sollen, wurde ein Jahr später ein neues Passgesetz verabschiedet, um die Zahl der Westreisen zu reduzieren. Die Republikflucht wurde kriminalisiert.

Zum Jahr 1960 stieg die Zahl der Abwanderer stets weiter an - auch darum, weil viele Bauern dem Zwang zu dem Beitritt einer LPG entgehen wollten. Allein für den Monat September meldeten Westberliner Behörden 20.968 DDR-Flüchtlinge. Bis 1961 hatten schließlich knapp 3 Millionen Menschen die DDR seit ihrer Gründung verlassen. Da es sich dabei häufig um gut ausgebildete Menschen handelte, bedrohte diese Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des gesamten Staates. Ab dem 13.08 wurde darum die Berliner Mauer aufgebaut, um eine weitere Abwanderung zu stoppen.

Buch-Tipp: Die Mauer ist gefallen. Eine kleine Geschichte der DDR (Reihe Deutsche Vergangenheit) Die Mauer ist gefallen Die Mauer ist gefallen beschreibt ohne in Klischees zu schwelgen oder auf der Ostalgie Welle zu reiten die DDR so wie sie war. Susanne Fritsche kontrastiert historische Fakten mit ihren eigenen Kindheitserlebnissen. Die ab und zu kindliche, häufig nachdenkliche Sicht auf. Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden durch dieses Buch...

Stabilisierung 1961-1970

Chronologie: Geschichte der DDR. Stabilisierung 1961-1970

Buch-Tipp: Eisenbahn in der DDR. Die Deutsche Reichsbahn 1949-1990 (Sconto) Um ausführliche Informationen zum Buch "Eisenbahn in der DDR. Die Deutsche Reichsbahn 1949-1990 (Sconto)" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Grenzsicherung

Geschichte der DDR Beschreibung
Geschichte der DDR Beschreibung
Grenzer an der Berliner Mauer (1961)

Nach dem Mauerbau wurde die "Anwendung der Waffe" gegen Flüchtlinge befohlen. In den nächsten Monaten kam es zu kleineren Schusswechseln zwischen west- und ostdeutscher Polizei, nach dem die ersten Flüchtlinge an der Grenze von DDR-Grenztruppen erschossen worden waren.

Buch-Tipp: Eiszeit in den Tropen. Botschafter bei Fidel Castro Interessant und spannend Der Autor war deutscher Botschafter in Havanna und gibt in einer Rückschau informative und unterhaltsame Einblicke in seine Arbeit, beschreibt nebenher Kubas jüngere Geschichte und Gegenwart, geht auf das Phänomen Fidel Castro ein und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Inselstaates. Der krankheitsbedingte Rückzug...

Verteidigungspolitik

Ab 1962 galt in der DDR die Wehrpflicht, 1964 wurde der Wehrdienst ohne Waffe als Bausoldat eingeführt.

Über dem Territorium der DDR und insbesondere in den Luftkorridoren nach Westberlin kam es öfter zu kleineren Konflikten zwischen westlichen und sowjetischen Kampfflugzeugen. 1962 bedrängten sowjetische Jagdflugzeuge Militärtransporter der Westalliierten, in denen unter anderem auch der britische Botschafter sitzt. 1964 wurde eine US-Maschine über Thüringen abgeschossen.

Buch-Tipp: Gefangen in Hohenschönhausen. Stasi-Häftlinge berichten Das Buch "Gefangen in Hohenschönhausen. Stasi-Häftlinge berichten" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Wirtschaftspolitik

Geschichte der DDR Beschreibung
Geschichte der DDR Beschreibung
Kaffeedose first class Feinster Hochlandkaffee intershop Sonderfüllung VEB Kaffee- und Nährmittelwerke Halle/Saale.

Die Wirtschaftspolitik der DDR war auf Investitionen in die industrielle Entwicklung (Schwermaschinenbau, Kraftwerke etc.) ausgerichtet. Dies bescherte der DDR-Produktion ansehnliche Zuwachsraten und mehrere neue Industriezweige. 1966 ging in Rheinsberg das erste Kernkraftwerk der DDR ans Netz.

Da sich ein erster Mangel an Devisen aus dem "Nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiet" (NSW) bemerkbar machte, wurde 1962 die Intershop-Handelsorganisation gegründet. In diesen Geschäften konnte ca. mit Devisen bezahlt werden, dafür gab es allerdings Produkte, die es in der DDR für die offizielle Währung Mark der DDR gar nicht oder ca. in minderer Qualität zu kaufen gab.

Ab 1964 wurde die Abteilung "Kommerzielle Koordinierung" innerhalb des Ministeriums für Außenhandel aufgebaut, die mit allen legalen und illegalen Möglichkeiten zusätzliche Devisen beschaffen sollte.

Buch-Tipp: Zwölf heißt 'Ich liebe dich". Der Stasi-Offizier und die Dissidentin Intelligente und seltene Selbstkritik Ich schließe mich zu dem Inhalt und der Wertung depechie an. In der Tat geht es weniger um die Liebesgeschichgte, sondern um deutsche Vergangenheit und die (selbst-)kritische Beschäftigung damit. Ich sehe das Buch in einer Reiche z. B. mit Wibke Bruhns} Meines Vaters Land" oder Jens Biskys "Geboren am 13. August",...

Stabilität und Krise 1971-1980

Chronologie: Geschichte der DDR. Stabilität und Krise 1971-1980

Ende der Ära Ulbrichts

Am 3.05 1971 endete die Ära Walter Ulbrichts. Erich Honecker wurde als dessen Nachfolger zu dem Ersten Sekretär des ZK der SED gewählt. Er löste den "aus Altersgründen" zurückgetretenen Ulbricht ab. Der Wechsel an der Spitze bedeutete für die Entwicklung der DDR einen tiefen Einschnitt.

Nach dem Rücktritt von Ulbricht wurde die Ulbricht-Periode systematisch aus der offiziellen Geschichtsschreibung verdrängt und alle Veränderungen nach seinem Abgang stark betont. Sein Name tauchte in der Öffentlichkeit kaum noch auf. Auch sein politischeAbsicht einer Wiedervereinigung Deutschlands (zu einem sozialistischen Gesamtdeutschland) wurde aufgegeben, sämtliche Hinweise darauf aus der Verfassung gestrichen und bei vielen Organisationen und Institutionen die Kennzeichnung "Deutschland" durch "DDR" ersetzt. So wurde zu dem Beispiel der "Deutsche Fernsehfunk" in "Fernsehen der DDR" umbenannt und als Autokennzeichen "DDR" statt "D" vorgeschrieben.

Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik

Zum geflügelten Wort in Honeckers Amtszeit wurde die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik". Er wollte mittels einer forcierten Erhöhung des Lebensstandards und der Kaufkraft die Zufriedenheit der Bevölkerung steigern und letztlich die Arbeitsproduktivität erhöhen. Ein Kernstück dieser Idee war ein Wohnungsbauprogramm, das das Wohnungsproblem bis 1990 lösen sollte und vor allem zu dem Entstehen großer Neubaugebiete in vielen Städten der DDR führte. Bis 1980 wurden 700 Tausend bis 800 Tausend Wohnungen errichtet oder modernisiert.

Dies bedeutete jedoch einen Schlussstrich unter die in der Ulbricht-Ära vorgenommenen Investitionen in die industrielle Entwicklung (Schwermaschinenbau, Kraftwerke etc.), die der DDR-Produktion ansehnliche Zuwachsraten und mehrere neue Industriezweige beschert hatten. Ein weiterer Schwerpunkt von Honeckers Wirtschaftspolitik war die kreditfinanzierte Beschaffung von westlichen Produktionsanlagen für Export- und Konsumgüter. Diese Investitionen sollten sich plangemäß ab Ende der 1970er Jahre bezahlt machen.

Die Änderungen in der Wirtschaftspolitik bildeten letztlich den "Anfang vom Ende" der DDR, da dadurch erstmals hohe Auslandsschulden in dem Nicht-Sozialistischen Wirtschaftsgebiet entstanden und gleichzeitig die materielle Substanz der DDR-Wirtschaft zunehmend vernachlässigt wurde.

Kulturpolitik

Durch eine liberalere Haltung gegenüber den Künstlern und Intellektuellen wollte die SED-Führung die Kluft zwischen Bevölkerung und Führung überbrücken. Dies änderte sich jedoch 1976 durch die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Dieser Ablauf löste energische Proteste aus und führte zu einer Unterschriftensammlung bei Künstlern und Schriftstellern - für die SED ein ungeheuerlicher Akt. Zahlreiche prominente Unterzeichner wurden anschließend unter Druck gesetzt und so zur Ausreise in die Bundesrepublik getrieben, einige auch verhaftet. 1979 eskalierte die Auseinandersetzung und führte zu dem Ausschluss von zahlreichen berühmten Mitgliedern aus dem Schriftstellerverband.

Außenpolitik

Unter Erich Honecker wurden sowohl die Führungsrolle der UdSSR als auch das sowjetische Modell von der SED wieder als verbindlich angesehen. In der Folge wurden die Beziehungen zwischen der DDR und der Sowjetunion weiter verstärkt. 1975 wurde ein neuer Freundschafts- und Beistandsvertrag abgeschlossen, der die DDR in eine rechtlich noch größere Abhängigkeit von der Sowjetunion brachte.

Nach der Unterzeichnung des Berlinabkommens durch die Vier Mächte in dem September 1971 wurden mit der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Verträge abgeschlossen, 1972 wurden mit dem Grundlagenvertrag die Souveränität und die Grenzen der DDR anerkannt. Da die Bundesrepublik nunmehr ihren Widerstand gegen eine internationale Aufwertung der DDR aufgab, änderte sich die außenpolitische Situation der DDR grundlegend. Bereits in dem Dezember 1972 wurden mit 20 Staaten Diplomaten ausgetauscht (unter anderem Iran, Schweden, Schweiz, Österreich). Auch mit den Vereinigte Staaten Amerika wurden diplomatische Beziehungen vereinbart. Bis 1978 wurde die DDR von insgesamt 123 Regierungen in aller Welt völkerrechtlich anerkannt und konnte damit die wichtigste Phase ihrer Außenpolitik erfolgreich abschließen.

Die DDR konnte in dem September 1973 (gleichzeitig mit der Bundesrepublik Deutschland) ebenfalls in die UNO einziehen und beteiligte sich an der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Dadurch verpflichtete sie sich jedoch auch zur Einhaltung der Menschenrechte. Mehr und mehr Bürger forderten daraufhin die Einhaltung der Zusagen und stellten Anträge auf Ausreise in die Bundesrepublik.

Krise und Ende 1981-1990

Chronologie: Geschichte der DDR. Krise und Ende 1981-1990

Finanzkrise

1982 führte die Zahlungsunfähigkeit Polens und Rumäniens bei westlichen Banken zu einem Glaubwürdigkeitsverlust aller sozialistischen Länder. Dies äußerte sich auch in einem Kreditstopp für die DDR. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden fällige Kredite und Zinszahlungen zu dem größten Teil mit neuen Krediten abgelöst und echte Tilgungen ca. punktuell bzw. auf Druck hin vorgenommen. Ca. durch die 1983 von der Bundesregierung übernommene Bürgschaft für einen vom bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) vermittelten Kredit über eine Milliarde D-Mark (511 Millionen Euro) konnte die DDR ihre Stabilität bewahren.

Ausreise

1984 siedelten ungewöhnlich viele (40.900 Personen) in die BRD um. Zahlreiche Ausreisewillige flüchteten in Prag und Ostberlin in die Botschaft der BRD, um eine schnellere Bearbeitung ihrer Ausreiseanträge zu erzwingen.

Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion

In der Sowjetunion wurde 1985 wurde Michail Gorbatschow zu dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt. Als de facto-Herrscher der Sowjetunion versuchte er den Verfall des Kommunismus durch die Einführung von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umstrukturierung) aufzuhalten. 1988 verkündete er die Aufhebung der Breschnew-Doktrin und erlaubte den osteuropäischen Staaten damit, die Demokratie einzuführen.

Die DDR lehnte diese Politik ab und ging auf Distanz zur Sowjetunion. 1987 fehlten in dem Neuen Deutschland beim Abdruck einer Rede Gorbatschows die Abschnitte mit dessen scharfer Kritik an seinen Amtsvorgängern. In dem selben Jahr nahm Kurt Hager, ein Mitglied des SED-Politbüros, in einem fingierten Interview mit dem westdeutschen Nachrichtenmagazin Stern zu den Reformen in der Sowjetunion Stellung mit den Worten: "Würden Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu tapeziert, sich verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren?". Zahlreiche sowjetische Zeitungen und Filme wurden in der DDR verboten: Die Monatszeitschrift "Sputnik", einzelne Ausgaben der "Neuen Zeit" und fünf antistalinistische Filme.

1988 erklärte Honecker offiziell die Ablehnung der sowjetischen Reformpolitik.

Kommunalwahlen 1989

Während man sich in der Sowjetunion bei den Wahlen zu dem ersten Volksdeputiertenkongreß zu dem ersten Mal zwischen mehreren Kandidaten entscheiden konnte, wurde in der DDR als offizielles Ergebnis der Kommunalwahlen 1989 98,85 Prozent angegeben. Zu dem ersten Mal konnten jedoch zahlreiche Regimekritiker eine Fälschung der Ergebnisse beweisen. Es kam in der Folge zu zahlreichen Demonstrationen, die von Volkspolizei und MfS aufgelöst wurden.

Siehe auch

Weblinks

  • DDRWiki (http://www.meine-notizen.de/wiki/ddr.pl)
  • DDR-Alltag (http://www.dhm.de/ausstellungen/lebensstationen/ddr_1.htm)
  • Chronik der Wende (http://www.chronik-der-wende.de/lexikon/)

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